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Einzelchargen sind durchgehend mit den Namen ihrer aktuellen In-
haber verzeichnet. Die Summen gehen über Verpflegung weit hinaus,
z.B. werden Canzley- und Casernen-Aufwand, Unterhaltung der
musikalischen Instrumente, Feuergewehr-Reparaturgelder, diverse
Löhnung sowie Übrige Gebührnisse veranschlagt und spezifiziert.
Die Rubriken sind säuberlich aufsummiert, p.64 zusammengefaßt
und aufs Jahr hochgerechnet: monatlich über 185.000, jährlich über 2
Millionen Taler. Dem stehen auf den letzten Seiten Einnahme-Fonds
aus Steuern, Zuschüssen, Milizgeldern etc. in fast gleicher Höhe gegen-
über. Ausgaben und Einnahmen schließen mit einem Sichtvermerk,
der jedoch ungezeichnet blieb. - Einbandbezug an Rücken und Kanten
teils abgeblättert. Vereinzelte Flecken, insgesamt frisch.
Eichwald, K. E. Naturhistorische Skizze von Lithauen,
Volhynien und Podolien in geognostisch-mineralogi-
scher, botanischer und zoologischer Hinsicht. Wilna, auf
Kosten des Verfassers gedruckt bei J. Zawadzki, 1830.
4to. 3 Bl., 256 S., 3 lithographierte Tafeln, die erste zu-
sätzlich in einem Zustandsdruck beigebunden. Glatter
grüner Halbmaroquinband d. Zt. mit reicher Romanti-
ker-Rückenvergoldung und marmoriertem Deckelbezug.
€ 1.800,-
Einzige Ausgabe, Alexander von Humboldt gewidmet. Enthält den
ersten geologischen Schnitt durch das westliche Rußland von Nord
nach Süd. In the early 1830s Eichwald was the first to divide the
entire geologic column over the distance from Lithuania to the Black
Sea, distinguishing detailed units from Transition beds, i.e. Lower
Paleozoic, up to Quaternary deposits, inclusive (DSB). Einem fast
ausgestorbenen Tier wendet Eichwald sich am Schluß des zoologi-
schen Abschnittes zu: der berühmten Auer- oder Wisenthege im
Urwald von Bialowesha, mit Plan und Darstellung des Tieres in zwei
Druckzuständen. - DSB IV, p. 307 ff.; NDB IV, p. 387; Pritzel no.
2651. - Vorzugsexemplar auf feinem Schreibpapier in einem russischen
Romantikereinband für Maximilian von Leuchtenberg (1817-52), der
1839 Maria Nikolajewna, Tochter des Zaren Nikolaus I., heiratete und
eine prachtvolle Sammlung besonders russischer Mineralien anlegte.
Im vorderen Innendeckel sein Exlibris. Vereinzelt Stockfleckenanflug,
sonst frisch und breitrandig.
Hopfer Opera Hopferiana. 92 Abdrücke von Stahl-
platten der Gebrüder Daniel, Hieronymus und Lamb-
recht Hopfer. Frankfurt am Main, C. W. Silberberg,
(1802). Folio. 4 Bl., 53 einseitig bedruckte Tafeln mit 92
Eisenradierungen von den originalen Platten. Maroqui-
nierter brauner Halblederband um 1830 mit goldgepräg-
tem Rückentitel und Rankwerkvergoldung, Leinenbezug
der Deckel durch Goldfilete abgesetzt.
€ 12.500,-
Daniel Hopfer (Kaufbeuren um 1470 - 1536 Augsburg) war der wich-
tigste Harnischätzer des Künstlerkreises um Maximilian I. (NDB).
Im Berliner Zeughaus haben sich ein Roßharnisch für Herzog Fried-
rich II. von Liegnitz sowie ein Mantelhelm Kaiser Karls V. mit seinen
Verzierungen erhalten. Hopfer war der erste, der die Waffenätzung
auf die Eisenradierung übertrug, gefolgt von Dürer und Burgkmair.
Hopfer gilt als Erfinder der Radierung in der Reproduktionsgraphik.
- Zeitgenössische Abzüge von Eisenradierungen Daniel Hopfers und
seiner Söhne (nicht Brüder) Hieronymus und Lambert sind selten. In
der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts gab der Nürnberger Kunsthändler
David Funck 230 Original-Platten erneut heraus. Diese Abzüge sind
an eingestochenen Nummern als zweiter Zustand kenntlich. Die von
Funck benutzten Platten wurden zerstreut, 92 von ihnen gelangten
um 1800 in den Besitz des Frankfurter Sammlers und Verlegers Carl
Wilhelm Silberberg. Er ließ sie auf starkem Bütten ein letztes Mal
abziehen, nach Jäck & Heller (Beiträge zur Kunst- und Literatur-
Geschichte, 1822, p. 96) in lediglich 60 Exemplaren. Silberbergs
Platten kamen 1839 in den Berliner Kunsthandel, ein Teil ist im
Kupferstichkabinett erhalten. Seine Abzüge weisen erstaunlich gerin-
ge Rost- und Abnutzungsspuren auf, sind schwarz und gratig, samtig
an den für Hopfer typischen Mehrfachätzungen. Im Gegensatz zu
Funck versah Silberberg die Platten lediglich mit Bleistiftnummern
auf den Druckbögen, erschlossen durch ein typographisches Ver-
zeichnis. Danach sind 57 Radierungen Daniel Hopfers enthalten, 21
von Hieronymus und 14 von Lambert Hopfer. Charakteristisch für
Daniel sind Ornamentstiche, die Elemente der deutschen Gotik mit
italienischen Grotesken verschmelzen. Seine Vorlageblätter für Möbel
und Innenarchitekturen sowie Ansichten ganzer Kirchenräume gelten
als Vorreiter der deutschen Renaissance. Hopfers reformatorische
Gesinnung spiegeln das berühmte Luther-Portrait nach Cranach